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Johann Heinrich Schulze - Einer der letzten Universalgelehrten seiner Zeit

Johann Heinrich Schulze.pngDer in Colbitz, im Ohrekreis gebürtige Johann Heinrich Schulze (1687 bis 1744) zählt zu den hervorragendsten Wissenschaftlern der Gründungsära der Academia Fridericiana Halensis.

Arabisten und Gräzisten ehren ihn als einen ihrer profil-bestimmenden Repräsentanten des 18. Jahrhunderts, als Vorläufer der halleschen Altertumswissenschaften.

Die Geschichte der Experimentalchemie sieht in ihm, durch seine 1717 in Halle/Saale entdeckte Lichtempfindlichkeit der Silber-salze, den Urahnen des chemischen Prozesses der modernen Photographie.

 

Die Numismatiker betrachten Schulze als richtungs-weisenden Förderer ihres Fachs und als Mitinitiator eines münzkundlichen Hochschulunterrichts, über dessen Anfänge Kunde aus dem Bericht des Schulze-Schülers Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) vorliegt.

Vom Grundstudium her war Schulze Arzt; als Universitätsprofessor in Altdorf und in Halle kam er langjährig den Aufgaben von Lehre und Forschung nach. Der hallesche Chronist Johann Christoph von Dreyhaupt (1699-1768) hat seinem Zeitgenossen Schulze damals bescheinigt, er habe „in Deutschland und vielleicht in Europa seines gleichen wenig gehabt“.

Johann Heinrich Schulze war ein Polyhistor im engsten Sinne des Begriffs, wenn man von der Beherrschung mehrerer untereinander nicht verflochtener Disziplinen ausgeht. Die Dreyhauptsche Wertung hat daher bis heute ihre Gültigkeit behalten.

Wichtigste Lebensdaten:

12. Mai 1687 als Kind des Schneiders Matthias Schulze in Colbitz geboren
1697 bis 1704

als Halbwaise erhielt er seine Schulausbildung

im 1695 von August Hermann Francke gegründeten Waisenhaus (Franckesche Stiftungen)

1704 bis 1717

Studium an der Universität Halle. Vornehmlich Medizin,

aber auch Chemie, Philosophie und Theologie. Abschluss mit dem medizinischen Doktorexamen

zum Thema „Ernährung der Athleten im Altertum“

1717 bis 1719

Beginn seiner Vorlesungen in Halle und 1719 Heirat mit Johanna Sophie Corvionus

in Colbitz

1720 bis 1732

Professor für Anatomie und Wundarznei in Altdorf bei Nürnberg

1732 bis 1744

Professor der Arzneigelehrtheit, Beredsamkeit und Altertümer an der Universität Halle

10. Oktober 1744 in Halle gestorben

Quelle: www.boerdekreis.de 

 

Wappen 1.png Wappen 2.png
Colbitz Colbitz, Ortsteil Lindhorst

Colbitzer und Lindhorster Schülerinnen und Schüler werden in der Grundschule

Johann Heinrich Schulze

beschult.

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